Die Stadt Dresden pflanzt neue Bäume im Alaunpark

Blog-Artikel

Von: Bernd | Veröffentlicht: 22.01.2026 08:29 | Aufrufe: 305
Im Rahmen der aktuellen Pflanzsaison 2025/2026 erhält der Alaunpark in der Dresdner Neustadt 31 neue Bäume und Großsträucher. Die ungewöhnlich markierten Pflanzstellen mit rot bekrönten Holzpfählen sind Teil einer stadtweiten Initiative, bei der insgesamt 510 Bäume an Straßen und in Parkanlagen gepflanzt werden. Die Maßnahme ist eine Antwort auf den Klimawandel und die zunehmende Trockenheit in Dresden.

Wer in den letzten Tagen durch den Alaunpark spaziert ist, hat sie sicher bemerkt: große, rot angestrichene Holzpflöcke, die wie überdimensionale Streichhölzer aus dem Boden ragen. Was auf den ersten Blick wie eine Kunstinstallation aussieht, markiert tatsächlich die Standorte für neue Bäume, die in den kommenden Wochen den beliebten Park in der Äußeren Neustadt bereichern werden.

 

Vermessung mit GPS-Präzision

 

Am Dienstagvormittag waren zwei gut gelaunte Vermessungstechniker mit GPS-Geräten unterwegs, um die exakten Standorte zu bestimmen und die Markierungspfähle in den Boden zu schlagen. Die Präzision ist wichtig für das städtische Baumkataster, das jeden Baum genau dokumentiert. "In den nächsten Wochen wird ein Bagger an den markierten Stellen Löcher buddeln und Pflanzen einsetzen", erklärte einer der Arbeiter. Im Frühling sollen die jungen Bäume dann sowohl oberirdisch als auch im Wurzelbereich kräftig austreiben und anwachsen.

 

Teil einer stadtweiten Initiative

 

Die Baumpflanzungen im Alaunpark sind Teil einer umfassenden Pflanzaktion der Landeshauptstadt Dresden. Zwischen November 2025 und April 2026 werden insgesamt 510 neue Bäume an Straßen und in städtischen Parkanlagen gepflanzt. Für die Parkanlage am Alaunplatz sind 31 unterschiedliche Bäume und Großsträucher vorgesehen – eine bewusste Vielfalt, die zur ökologischen Stabilität beiträgt.

 

Klimawandel erfordert neue Strategien

 

Die Notwendigkeit dieser Pflanzungen wird durch die Dresdner Jahreswetterbilanz 2025 deutlich: Die Stadt erlebt zunehmende Wärme, längere Sonnenscheindauer und anhaltende Trockenheit. Bereits im April 2025 – und nicht wie üblich erst im Mai – musste die Stadtverwaltung mit der Bewässerung der rund 6.000 Jungbäume beginnen. Die Grundwasserstände sanken das ganze Jahr über kontinuierlich, was die städtischen Bäume erheblich belastete.

 

Das Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft setzt daher verstärkt auf Baumarten, die Hitze und Trockenheit besser vertragen. Zu den klimaangepassten Arten gehören beispielsweise Feld-Ahorn, Hopfenbuche, Schwedische Mehlbeere und verschiedene Lindenarten. Die Auswahl erfolgt nach der Straßenbaumliste der Gartenamtsleiterkonferenz und berücksichtigt sowohl Klimaresilienz als auch Artenvielfalt.

 

Dramatische Entwicklung des Baumbestands

 

Die Dringlichkeit der Pflanzmaßnahmen zeigt sich in alarmierenden Zahlen: Während zwischen 2012 und 2016 noch durchschnittlich 70 Bäume pro Jahr in Dresden abstarben, waren es 2018 bereits 140 und 2019 sogar 385 Bäume. Die Ursachen liegen in extremen Temperaturen, Trockenphasen und dem damit verbundenen Schädlings- und Krankheitsbefall. Besonders betroffen sind große Altbäume, die oft durch Vorerkrankungen geschwächt sind.

 

Investition in die Zukunft

 

Eine Baumpflanzung in einer Parkanlage kostet durchschnittlich 1.900 Euro pro Baum. Darin enthalten sind nicht nur der Baum selbst, sondern auch Bodenverbesserungsstoffe, die fachgerechte Pflanzung durch Landschaftsgärtner sowie drei Jahre Pflege (ein Jahr Fertigstellungspflege und zwei Jahre Entwicklungspflege). Die Finanzierung erfolgt aus Mitteln des Amtes für Stadtgrün und Abfallwirtschaft, einzelner Stadtbezirke, Ausgleichszahlungen, Fördermitteln und Spenden über den Fonds Stadtgrün.

 

Bürgerengagement für Dresdens Grün

 

Die Initiative "Dresden gießt" zeigt, wie wichtig Stadtbäume für die Lebensqualität sind. Viele Bürgerinnen und Bürger engagieren sich ehrenamtlich bei der Bewässerung von Straßenbäumen, da die städtischen Ressourcen oft nicht ausreichen. Ein einzelner Baum benötigt etwa 80 bis 100 Liter Wasser pro Woche, am besten in einer Gabe, damit das Wasser tief in den Boden eindringen kann.

 

Die Bedeutung von Stadtbäumen

 

Bäume leisten weit mehr als optische Verschönerung: Sie produzieren Sauerstoff, binden CO2, kühlen durch Verdunstung ihre Umgebung und spenden Schatten. Sie filtern Feinstaub aus der Luft, dämpfen Stadtlärm und bieten Lebensraum für zahlreiche Tierarten. Gerade in dicht bebauten Stadtteilen wie der Äußeren Neustadt sind sie unverzichtbar für ein erträgliches Mikroklima.

 

Dr. Sascha Döll, Amtsleiter des Amtes für Stadtgrün und Abfallwirtschaft, betont: "Ein größeres Projekt betrifft die Flensburger Straße. Dort werden 28 neue Bäume gepflanzt, um die nicht mehr standsicheren Chinesischen Wildbirnen zu ersetzen. [...] Demnächst werden auch in den städtischen Grünanlagen wie auf dem Alaunplatz [...] wieder neue Bäume gepflanzt."

 

Teil der Alaunpark-Westerweiterung

 

Die neuen Baumpflanzungen fügen sich in das Gesamtkonzept der Alaunpark-Westerweiterung ein, die seit etwa zehn Jahren in mehreren Bauabschnitten realisiert wird. Nach Kletterspielplatz, Boulderhügel und Sportflächen folgen nun weitere Grünelemente, die den Charakter des Parks als urbane Oase stärken. Die Bürgerbeteiligung von 2013 hatte klar gezeigt: Die Neustädter wünschen sich mehr Grün und Aufenthaltsqualität in ihrem Park.

 

Ausblick

 

In den kommenden Wochen werden die markierten Stellen im Alaunpark Leben erweckt. Bagger werden Pflanzgruben ausheben, klimaresistente Bäume und Sträucher werden eingesetzt, und im Frühling 2026 werden die ersten Knospen sprießen. Es ist ein kleiner, aber wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer klimaangepassten Stadt, in der auch zukünftige Generationen noch im Schatten alter Bäume entspannen können.

 

Die "XXL-Streichhölzer" im Alaunpark sind mehr als nur Markierungen – sie sind Hoffnungszeichen für ein grüneres Dresden.

 

Quellen

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