Die Äußere Neustadt könnte bald ein Stück lebenswerter werden. In einer wegweisenden Entscheidung hat der Stadtbezirksbeirat Neustadt die Verwaltung beauftragt zu prüfen, ob die Einfahrt von der Bautzner Straße in die Alaunstraße zumindest zeitweise für Autos gesperrt werden kann. Der einstimmig angenommene Antrag könnte die Verkehrssituation in einem der beliebtesten Viertel Dresdens grundlegend verändern.

Ein ungewöhnlicher Vorstoß der CDU
Besonders bemerkenswert ist, dass der Antrag ausgerechnet von der CDU stammt – einer Partei, die in der Vergangenheit Verkehrsberuhigungsmaßnahmen in der Neustadt häufig blockiert hatte. "Eine temporäre Sperrung zu Stoßzeiten ist ein Gebot der Vernunft", begründet Stadtbezirksbeirätin Katharina Kern (CDU) den Sinneswandel. Die derzeitige Situation gefährde vor allem Menschen, die durch die Äußere Neustadt schlendern.
Johannes Schwenk, CDU-Pressesprecher und Neustadt-Stadtrat, sieht vor allem an Wochenenden und in den Sommermonaten Handlungsbedarf. Am Albertplatz und am Eingang zur Alaunstraße sammeln sich zu diesen Zeiten viele Menschen – das Risiko durch den Autoverkehr sei dann zu groß.
Versenkbare Poller als mögliche Lösung
Als konkrete Umsetzungsmöglichkeit brachte Schwenk versenkbare Poller ins Spiel. Diese könnten flexibel gesteuert werden: An Wochenenden und in den Abendstunden würden sie hochgefahren und die Straße für Autos sperren. Werktags und tagsüber bliebe die Alaunstraße hingegen befahrbar, damit Händler und Anwohner nicht abgeschnitten werden.
Falls eine temporäre Sperrung nicht umsetzbar sein sollte, sieht der Beschluss als Alternative bauliche Maßnahmen vor, die die Geschwindigkeit der Autos weiter reduzieren sollen.
Rechtliche Grenzen des Stadtbezirksbeirats
Der Stadtbezirksbeirat kann die Verwaltung lediglich zur Prüfung auffordern, nicht aber eine Sperrung direkt anordnen. Durchfahrtsperren gelten als "Geschäft der laufenden Verwaltung" und fallen damit in den Zuständigkeitsbereich der Stadtverwaltung, nicht der Politik. Dennoch ist der einstimmige Beschluss – bei dem lediglich der AfD-Vertreter wegen eines "Pflichttermins" des Landtagsabgeordneten fehlte – ein starkes Signal.
Wie geht es weiter?
Nun liegt der Ball bei der Dresdner Stadtverwaltung. Diese muss prüfen, ob und in welcher Form eine testweise Sperrung an Wochenenden und in den Abendstunden rechtlich und praktisch möglich ist. Die Ergebnisse dieser Prüfung werden zeigen, ob die Alaunstraße tatsächlich teilweise autofrei werden kann.
Für die Äußere Neustadt, eines der lebendigsten Viertel Dresdens, könnte diese Entwicklung einen wichtigen Schritt hin zu mehr Lebensqualität und Sicherheit bedeuten. Viele Aktivisten fordern bereits seit längerem weitergehende Maßnahmen, wie etwa eine dauerhafte Fahrradstraße. Der aktuelle Beschluss könnte ein erster Schritt in diese Richtung sein.
Quellen
- Sächsische Zeitung: Artikel zur autofreien Alaunstraße
- TAG24: "Alaunstraße: Aktivisten fordern dauerhafte Fahrradstraße in Dresden" (https://www.tag24.de/dresden/lokales/alaunstrasse-aktivisten-fordern-dauerhafte-fahrradstrasse-in-dresden-3461195)
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